Die Bedeutung der Adipositas für die Krebsentstehung
Übergewicht und Adipositas stellen sich weltweit sowohl in den industrialisierten als auch in den Schwellenländern als das größte gesundheitliche Problem der Gegenwart und auch der Zukunft dar.
Man rechnet weltweit mit einer Milliarde übergewichtigen Menschen, die in ihrer Anzahl damit die Zahl hungernder und untergewichtiger Menschen überholt haben.
Die Hautgründe für diese alarmierende Entwicklung sind der Verzehr von Nahrungsmitteln mit hoher Nährstoffdichte ( fett- und kohlenhydratreich ) sowie die geringe körperliche Aktivität.
Neben den allgemein bekannten Folgekrankheiten von langjähriger Adipositas wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen rückt das erhöhte Krebsrisiko in die Aufmerksamkeit der forschenden Mediziner.
In Studien der International Agency for Research on Cancer ( Quelle: LACR 2002: Weight control and physical acitvity; Lyon, Frace ,vol. 6) gibt es bisher eine ausreichende Evidenz für den Zusammenhang von Krebs und Adipositas bei den folgenden Krebsarten:
- Endometriumkarzinom
- Mammakarzinom nach den Wechseljahren
- Nierenzellkarzinom
- Kolonkarzinom
- Karzinome im Bereich Speiseröhre und Magen
Auch das Prostatakarzinom bei Männern wird mit einem deutlichen Übergewicht in Verbindung gebracht.
Wie kann durch Adipositas Krebs entstehen?
Der jetzige Stand der Forschung zeigt, dass sich die Fettzellen besonders im Bauchraum
( viszerales Fett ) wie ein Hormonorgan verhalten, d.h. sie produzieren biochemisch hoch wirksame Stoffe, die z.B. den Insulinspiegel im Blut erhöhen und die Entwicklung von Krebsvorstadien in echte Krebszellen fördern können.
Der chronisch erhöhte Insulinspiegel im Blut fördert auch das Ungleichgewicht der Geschlechtshormone und der Nebennierenhormone. Deren unphysiologisch hohe Wirkspiegel fördern ebenfalls das Krebsrisiko.
Wir sehen daran, dass die Adipositas keinesfalls ein kosmetisches Problem darstellt; alle großen Volkskrankheiten, an denen Millionen Menschen leiden, wie Diabetes, Herzinfarkt und Krebs stehen in Verbindung mit dieser ersten „ nicht – ansteckenden“ weltweiten Seuche, die durch ihre immensen Kosten die Gesundheitssysteme und die Volkswirtschaften an den Rand des Kollaps bringt.
Prävention und Aufklärung müssen bereits in den Kindergärten und Schulen beginnen. Dies wird zur dringlichsten Aufgabe aller Institutionen, die mit Gesundheit befasst sind, in den nächsten Jahren.
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