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Die Wechseljahre des Mannes


24. July 2008

Seit einigen Jahren schenkt die medizinische Forschung dem Altern des Mannes ( Aging Male) mehr Aufmerksamkeit.
Bei Frauen wird der Beginn der Wechseljahre im allgemeinen durch das Ausbleiben der Monatsblutung klar definiert.
Bei Männern gibt es über den Zusammenhang von Alterungsprozessen und Hormonen noch immer Unklarheiten. Die Auswirkungen zu niedriger Hormonspiegel auf Körper und Psyche des Mannes sind kaum ausreichend untersucht. Tatsache ist, dass sie für das körperliche, seelisch- geistige und sexuelle Wohlbefinden eine entscheidende Rolle spielen.
Schon ab Anfang bis Mitte der Vierziger können Männer ausgeprägte Veränderungen an sich bemerken:

-Erschöpfung, Gereiztheit
-Nachlassende Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit
-Zunahme des Bauchfettes ( „ Bierbauch „ – „ Rotweinbauch „ )
-Erschlaffung und Rückbildung der Muskeln
-Nachlassen sexueller Lust und der Potenz
-Rücken- und Gliederschmerzen
-Haarausfall, Glatzenbildung
-Nachtschweiß
-Schlafstörungen

Gleichzeitig sehen sich Männer extrem hohen Anforderungen im Arbeitsleben ausgesetzt, ein Mangel an Leistungsfähigkeit kann vorzeitig zum Jobverlust beitragen.
Nach Trennung von der ersten Ehefrau steht in dieser Lebensphase oft eine zweite Familiengründung an, meist mit einer wesentlich jüngeren Frau, die den Mann mit finanziellen, sexuellen Ansprüchen und Kinderwunsch konfrontiert.
Und obwohl Männer die oben beschriebenen körperlichen Veränderungen bemerken, verdrängen sie sie in der Hektik des Alltags.
Sie nehmen statistisch gesehen kaum Vorsorgeuntersuchungen wahr und gehen überhaupt viel seltener zum Arzt als Frauen
Dabei kommt es oft unbemerkt zu einer Reihe von schwerwiegenden und behandlungsbedürftigen Erkrankungen:

-Diabetes mellitus
-Fettstoffwechselstörungen
-Hoher Blutdruck
-Koronare Herzkrankheit
-Bandscheibenvorfall
-Krebserkrankungen, besonders der Prostata und des Dickdarms
-Osteoporose

Wann beginnen die Beschwerden des älter werdenden Mannes und welche Ursachen haben sie?

Die Beschwerden setzen nicht plötzlich, sondern nach und nach ein. Weil es so große individuelle Unterschiede zwischen den Männern gibt, dachte man noch bis vor kurzem, dass kein direkter Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Hormonhaushalt des Mannes besteht.
Heute weiß man:

-Die Androgen ( männliche Geschlechtshormone )- Produktion findet beim Mann zu 95% im Hoden und zu 5 % in der Nebenniere statt. Der Abfall des Testosteronspiegels geht allmählich vor sich. Der Spiegel des Testosterons sinkt ab dem 40. Lebensjahr jährlich um etwa 1,2 % ab. Das sind Durchschnittswerte, bei einem 70 jährigen Mann erreicht der Androgenspiegel etwa 2/3 des Wertes junger Männer.

- Das für Männer ebenfalls wichtige DHEA sinkt bereits langsam ab dem 25. Lebensjahr ab. Es wird in der Nebenniere produziert und ist vor allem wichtig für den Schutz vor Arteriosklerose, für ein aktives Immunsystem, für die geistige Fitness und den Schutz vor Depressionen. Es verbessert den Insulinstoffwechsel und schützt vor Diabetes.

Die große Gruppe der Männer zwischen 45 und 65 weisen einen Teil der oben genannten Befindlichkeitsstörungen auf. Welche dieser Veränderungen direkte Folgen eines Hormonmangels sind und welche hormonunabhängig auftreten, kann nur durch eingehende medizinische Untersuchungen und Labortests abgeklärt werden.

Welche praktischen Empfehlungen kann ich Ihnen geben?

Wenn Sie bei sich erste Anzeichen für körperliche Erschöpfung, nervliche Überlastung und / oder nachlassende sexuelle Vitalität bei sich wahrnehmen, nehmen Sie es bitte zum Anlass, sich mal gründlich durchchecken zu lassen:

-Gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung
-Labortests auf Stoffwechsel und Hormonhaushalt ( z.B: Testosteron, DHEA, Schilddrüse )
-Ruhe- und Belastungs- EKG, Ultraschall der Bauchorgane
-Urologische Untersuchung mit PSA- Bestimmung ( Tumormarker zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms )
-Ab dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung zur Früherkennung des Dickdarmkarzinoms
-Eine Untersuchung beim Hautarzt

Dr. Gabriele Tille
Langwiesenweg 23a
61440 Oberursel
privatpraxis@yahoo.de

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Das Klimakterium des Mannes


19. May 2008

Beim Mann fehlt das sichere Anzeichen der ausbleibenden Regel, das bei der Frau den hormonellen Umschwung anzeigt. In der Behandlung gewinnt dadurch vor allem die Laborbestimmung der Hormonwerte einen wichtigen Stellenwert.

Der französischer Schauspieler Yves Montand fand, dass Humor, Zärtlichkeit und Aufmüpfigkeit die besten Mittel gegen das Altern seien. Das sind sicherlich wahre Worte, aber letztendlich kann sich niemand vor dem Älterwerden drücken. Professor Wolfgang Weidner von der Urologischen Klinik in Giessen bringt es auf den Punkt: „Wir müssen leider zur Kenntnis nehmen, dass wir alternden Männer, beginnend mit dem 40. Lebensjahr, regelhaften endokrinen Veränderungen unterliegen.”

Somit hat die bekannte Midlife-Crisis nicht nur eine psychische Komponente, sondern es manifestieren sich mehr und mehr handfeste biologische Ursachen für die „Wechseljahre” des Mannes heraus.

Doch beim Mann ist der hormonelle Umschwung weniger deutlich ausgeprägt als bei der Frau. Es fehlt ein eindeutiges Anzeichen wie das Erlöschen der Ovarialfunktion. Vermutlich ist auch nicht einfach der Abfall eines Hormons für die Beschwerden verantwortlich, sondern die Balance zwischen den einzelnen Hormonen scheint sich zu verschieben. Auch die betroffenen Männer wollen oft selbst nicht wahrhaben, dass sich tiefgreifende Veränderungen abspielen.

Es gibt eine ganze Reihe von Symptomen und Anzeichen, die der Arzt ernst nehmen sollte, wenn seine Männer davon berichten.

Welche das sind, lesen Sie hier!